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Die Stadt Wanfried war jetzt erste Station einer Reihe von Vor-Ort-Terminen, die die CDU-Kreistagsfraktion in diesem Jahr plant. Auf Einladung der Inhaber Eva und Hans-Jürgen Germerodt besuchten die Parlamentarier die Firma Werkmeister GmbH, ein mittelständisches Unternehmen der Wellness- und Sanitätsbranche. Seit Kriegsende in Wanfried ansässig, habe Werkmeister "Höhen und Tiefen und so manche Gesundheitsreform" erfolgreich überstanden und sei dabei in den letzten 40 Jahren kontinuierlich gewachsen, so der Firmenchef. Den Erfolg führt Germerodt darauf zurück, dass man durch immer neue Ideen und Produktentwicklungen "Marktnischen" erschlossen habe, in denen das Unternehmen heute führend sei. Für ihre innovativen Ideen ist Werkmeister bereits mehrfach ausgezeichnet worden, 2005 beispielsweise mit dem so genannten "Firmen-Oscar", dem Großen Preis des Mittelstandes, oder jetzt erst mit dem Innovationspreis 2010 des Werra-Meißner-Kreises.
Fraktionsvorsitzender Uwe Brückmann hob die "Bodenständigkeit" des Unter-nehmens hervor und das Engagement der Firmenleitung in und für die Region und lobte zugleich die vorbildliche Nachwuchsarbeit. Von den derzeit 66 Mitarbeitern seien allein 5 Auszubildende beschäftigt.
Die Ausbildung erfolge im eigenen Interesse, machte Germerodt deutlich. Schon jetzt seinen Fachkräfte Mangelware, und mit den geburtenschwachen Jahrgängen werde sich das Problem noch verschärfen. "Da bilden wir doch lieber selbst aus."
Allerdings, so der Appell des Firmenchefs an die Politik, müsse in der Bildung noch einiges getan werden. Die Ausbildungsreife der Schulabgänger sei alles andere als zufrieden stellen. Es sei immer schwieriger, die Lehrstellen mit geeigneten Bewerbern zu besetzen. Germerodt weiß, wovon er spricht, ist er doch zugleich Vorsitzender des Regionalausschusses Werra-Meißner bei der IHK in Kassel.
Ein Rundgang durch den Betrieb schloss den Firmenbesuch ab.
Im zweiten Teil des Abends stellten Wanfrieds Bürgermeister Wilhelm Gebhard und Jürgen Rödiger, der Sprecher der ?Bürgergruppe für den Erhalt Wanfrieder Häuser?, das Konzept der Bürgergruppe als ein Beispiel für den Umgang mit der demografischen Entwicklung in der Stadt Wanfried vor.
2007 gegründet mit dem Ziel gegründet, leer stehende alte Fachwerkhäuser im Innenstadtbereich und in den Dorfkernen der Stadtteile vor dem Verfall zu retten, habe sich die Initiative mittlerweile zu einer geeigneten Maßnahme gegen die demografischen Prognosen entwickelt. In der Bürgergruppe fanden sich Fachleute verschiedener Berufsgruppen, vom Architekten bis zum Finanzberater, zusammen, die Leerstände systematisch erfassten, sich mit gezielten Vermarktungsmaßnahmen an Menschen auf Immobiliensuche wenden und mit einem umfangreichen Leistungspakt um mögliche Interessenten werben. Das Angebot reicht dabei von der Begutachtung leer stehender Häuser, über Vorentwurfsskizzen für die Sanierung, Kostenermittlung und Finanzmodellen, bis hin zur Baubegleitung und Beratung bei Eigenleistungen, und das alles kostenfrei.
Längst sei das Projekt zu einem ?städtischen Konjunkturprogramm? geworden, das mit dazu beitrage, die Stadt Wanfried noch attraktiver zu gestalten, die Infrastruktur zu erhalten und neue Bürger zu integrieren, so Bürgermeister Gebhard.
"Nachdem wir mit dem Demografiebericht des Kreises eine ausführliche Darstellung der Problematik vorliegen haben, gilt es jetzt, die richtigen Schlüsse zu ziehen und geeignete Maßnahmen zu entwickeln", so Uwe Brückmann. Dieser Aufgabe wolle sich die CDU-Kreistagsfraktion stellen. "Wanfried hat mit seinem Modell ein nach-ahmenswertes Beispiel geschaffen und gezeigt, wie's gehen kann", so Brückmann.