Die Trockenheit der vergangenen zwei Jahre und der Anstieg der Borkenkäferpopulation und deren Auswirkungen auf die Baumbestände der heimischen Wälder waren jetzt Thema für die Mitglieder der CDU-Kreistagsfraktion unter der Leitung von Uwe Brückmann (Hessisch Lichtenau) die sich im Gutsbezirk Kaufunger Wald beim Gut Giesenhagen vom Leiter des Forstamtes Hessisch Lichtenau Herrn Matthias Dumm informieren ließen. Aus der unmittelbaren Nachbarschaft konnten die CDU-Kreispolitiker auch den Bürgermeister der Stadt Großalmerode, Herrn Finn Thomsen begrüßen.

Forstamtsleiter Dumm stellte dar, dass im gesamten Forstamtsbereich Hessisch Lichtenau (alle vom Forstamt betreuten Waldbesitzer) seit 2018 etwa 920.000 Kubikmeter Holz kalamitätsbedingt (z.B. durch Schädlinge, Hagel, Sturm etc. hervorgerufene schwere Schäden) eingeschlagen wurden. Das ist das Dreifache der regulären Menge, fast ausschließlich Fichte. Im Privat- und Kommunalwald ist die Fichte dadurch inzwischen fast völlig verschwunden, im Staatswald der Vorrat auf die Hälfte geschrumpft. Der Holzpreis ist von 90 € je Kubikmeter für gutes Sägeholz auf weniger als ein Drittel zusammengebrochen. Dadurch sind die Kosten des Einschlags oft höher als die Erlöse.

Dabei erfuhren die CDU-Kreispolitiker weiterhin, dass zur Dürre noch der Borkenkäfer hinzu kommt, denn die Trockenheit macht die Fichten weniger widerstandsfähig gegen Schädlinge. Denn umso mehr Wasser ein Baum zur Verfügung hat, desto mehr Harz kann er produzieren und je mehr Harz er produziert, umso mehr kann er sich gegen einbohrende Insekten wehren. Das ist der Verteidigungsmechanismus der Fichte und der wird durch die Trockenheit außer Gefecht gesetzt. Um einen Umbau der Wälder in Mischwälder umzusetzen braucht es Zeit, denn der Waldumbau ist ein langwieriger Prozess, der bereits in den 1990er begann. Die Forstwirtschaft pflanzt nun vermehrt Bäume, von denen sie weiß, dass sie mit dem Klimawandel besser zurechtkommen.

Brückmann machte abschließend deutlich, dass man die gewonnenen Erfahrungen beim Waldbegang in den weiteren Diskussionen im Kreistag einbeziehen werde. „Der Wald ist Lebensraum für Pflanzen und Tiere, sorgt für gesunde Luft und sauberes Wasser, trägt durch die Bindung von Kohlendioxid wesentlich zum Klimaschutz bei und ist gerade in unserem ländlichen Raum ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Wir begrüßen daher ausdrücklich die Anstrengungen der Hessischen Landesregierung die Arbeiten im Wald voranzubringen und auf einer Fläche von 28.000 Fußballfeldern Bäume zu pflanzen.“

Hintergrund
Das Forstamt Hessisch Lichtenau umfasst die großen zusammen-hängenden Waldflächen des nordosthessischen Berglandes - Kaufunger Wald, Meißner und die Hangbereiche der unteren Werra. Hessisch Lichtenau ist ein Forststandort mit einer sehr langen Tradition, für den schon seit dem frühen 16. Jahrhundert der Sitz eines Forstbeamten nachgewiesen ist. In seinem heutigen Zuschnitt betreut und bewirtschaftet das Forstamt rund 20.000 Hektar Wald im westlichen Werra-Meißner-Kreis und im östlichen Landkreis Kassel. Hierzu gehören die Städte Bad Sooden-Allendorf, Großalmerode, Hessisch Lichtenau und Witzenhausen, die Gemeinden Berkatal, Helsa, Kaufungen, Meißner, Neu-Eichenberg, Nieste und Niestetal sowie der Gutsbezirk Kaufunger Wald als gemeindefreies Gebiet.
Das Forstamt hat insgesamt 60 Mitarbeiter/-innen, davon Forstamt - Leitung und Verwaltung - 10 Mitarbeiter/-innen
12 Forstreviere
7 staatliche Forstwirtschaftsmeister und 15 Forstwirte, 4 Forstwirt-Auszubildende
Betreute Waldfläche ca. 20.000 ha
70 % Staatswald (FSC und PEFC zertifiziert)
15 % Kommunalwald
15 % Privatwald
Die häufigsten Baumarten sind Buche (38%), Fichte (32%), Eiche (11%) und Lärche (6%).

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Ansprechpartner

Uwe Brückmann

+49 5651 71516
cdu.werra-meissner@t-online.de